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ALTERSTEILZEITVERPFLICHTUNGEN



Höhe der Verpflichtungen aus Altersteilzeitguthaben

Altersteilzeit ist (wie der Name schon sagt) zunächst eine Vereinbarung über die Änderung der Arbeitszeit. Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren, dass der Arbeitnehmer zukünftig nur zu 50 % der bisherigen Arbeitszeit arbeitet und entsprechend auch nur noch 50 % seines bisherigen Gehalts erhält. Die Altersteilzeitbeschäftigung endet mit Erreichen des normalen Pensionsalters oder auch früher, wobei in der Regel nach einer Altersteilzeitbeschäftigung eine (vorgezogene) Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen wird. In der Praxis wird die Altersteilzeit meistens in Form des so genannten Blockmodells in Anspruch genommen. Der Altersteilzeiter arbeitet dann die erste Hälfte der Altersteilzeit zu 100 % (geht also in Vorleistung) und wird für die zweite Hälfte der Altersteilzeit von der Erbringung der Arbeitsleistung frei gestellt, ist aber auch während dieser Zeit formal noch aktiver Mitarbeiter und Gehaltsempfänger.  

Die bilanziellen Auswirkungen - Steuerrecht und Handelsrecht

Für die Steuerbilanz des Arbeitgebers sind im BMF-Schreiben vom 11.11.1999 (IV C 2 - S 2176 - 102/99) die relativ komplizierten Bilanzierungsregeln fixiert worden. Demnach sind nur für das Blockmodell Rückstellungen zu bilden. Beim Gleichverteilungsmodell (also wenn durchgehend während der gesamten Altersteilzeit die Hälfte der bisherigen Arbeitszeit geleistet wird) wird steuerlich von der Ausgewogenheit von Leistung und Gegenleistung ausgegangen. 

 
Die Rückstellung für Altersteilzeit besteht aus zwei Komponenten. Zunächst entsteht aus der Tatsache, dass der Altersteilzeiter zwar voll arbeitet, aber lediglich ein (wenn auch aufgestocktes) Teilzeitgehalt erhält, ein so genannter Erfüllungsrückstand, der sich während der Beschäftigungsphase aufbaut. Mit dem Ende der Beschäftigungsphase tritt nach steuerlicher Auffassung zusätzlich eine Rückstellung für eine ungewisse Verbindlichkeit hinzu. Der gesamte Rückstellungsbetrag zu Beginn der Freistellungsphase entspricht somit (nominal) dem Vergütungsanspruch in der Freistellungsphase. 

 
Der BFH hat in einem Urteil vom 30.11.2005 (I R 110/04) bzgl. der Höhe der Altersteilzeit-Rückstellungen die Vorschriften des BMF-Schreibens vom 11.11.1999 revidiert, worauf in einem neuen BMF-Schreiben vom 28.03.2007 (IV B 2 - S 2175/07/0002) seitens der Finanzverwaltung reagiert wurde. Die Rückstellungen für Altersteilzeit-Verpflichtungen werden gleichmäßig in der Beschäftigungsphase aufgebaut (und zwar einschließlich der Aufstockungszahlungen), welche dann spiegelbildlich in der Freistellungsphase wieder abgebaut werden. 

 

Für die Handelsbilanz erfolgt die Bilanzierung gemäß der neuesten IDW-Stellungnahme vom 19.06.2013 (Hauptfachausschuss des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. - IDW RS HFA 3). Demnach wird handelsrechtlich ebenfalls ein Erfüllungsrückstand bilanziert, der sich aus der Differenz Vollzeitgehalt zu Teilzeitgehalt ergibt. 

 
Der entscheidende Unterschied zum Steuerrecht ist die andere bilanzielle Einstufung der Aufstockungszahlungen. Diese werden als Abfindung für den teilweisen Verlust des Arbeitsplatzes interpretiert und führen zu einer Rückstellung wegen ungewisser Verbindlichkeit. Der Abfindungsbetrag entspricht der Summe aller Aufstockungsbeträge während der Altersteilzeit und ist zu Beginn der Altersteilzeit in voller Höhe rückzustellen. Er wird im Laufe der Altersteilzeit entsprechend der Auszahlung der Aufstockungszahlungen abgetragen (Abfindungscharakter der Aufstockungszahlungen). 

Alternativ kann eine bilanzielle Erfassung analog der internationalen Rechnungslegung (IAS 19 revised 2011) erfolgen, welche relativ kompliziert ist, aber im Grunde auch eine Erdienensphase für die Aufstockungszahlungen (bei gleichzeitigem Verbrauch) unterstellt. Das IDW sieht in diesem Fall in den Aufstockungszahlungen einen Entlohnungscharakter.

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